Frau Gesicht in Sonne

Vorsicht bei pflanzlichen Mitteln und Kräutern zur Zyklusregulierung

Seit Jahrhunderten werden pflanzliche Mittel zur Zyklusregulierung eingesetzt. Besonders Mönchspfeffer (Agnus Castus), Wilde Yamswurzel, Schafgarbe, Brennnesselblättern und Frauenmantel (der Hauptbestandteil des Kinderwunschtee) gelten als wirksam bei der Regulierung des Zyklus. Eine regelmäßige Blutung ist unter anderem ein wichtiger Faktor bei unerfülltem Kinderwunsch. Auch bei Hypermenorrhoe vor, sprich einer zu starken Blutung, einer Oligomenorrhoe (einem Zyklus, der nur alle 35-90 Tage auftritt), oder einer Menorrhagie (Blutungen die 14 Tage und länger dauern), werden Mittel zur Zyklusregulierung erfolgreich eingesetzt.

Of stellt sich aber die Frage: In welcher Dosierung soll ich welches Mittel zur Zyklusregulierung nehmen?

Es gilt auf keinen Fall: Viel hilft viel. Ganz im Gegenteil – es kommt auf die richtigen Mittel, für die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt an. Einfach nur einen Tee im Internet bestellen und das Thema regelmäßige Menstruation ist geregelt – so einfach ist es leider nicht. Es ist auch wichtig zu verstehen, was die Mittel tun, denn oft widerspricht sich die Wirkungsweise und das kann zu noch größeren Problemen mit dem Zyklus führen.

Wichtig ist auch das Ziel, dass mit der Einnahme verfolgt wird. Geht es primär um PMS-Beschwerden, oder ist ein Kinderwunsch vorhanden? Da kann die Wahl des richtigen Mittels große Auswirkungen haben.

An zwei wichtigen und oft eingesetzten Mitteln wird dies sehr deutlich.

Agnus Castus (Mönchspfeffer)

Reguliert den Zyklus über Prolaktin, erhöht den Östrogenspiegel und steigert die Chancen auf eine Schwangerschaft

 

Vitex-agnus-castus-habit

Der Mönchspfeffer ist eine Pflanzenart aus der Gattung Vitex. Daher lautet der komplette Name Vitex agnus-castus. Die blau/violett blühende Pflanze wächst vor allem in feuchten Gebieten und an Fluss- & Bachläufen. Die Büsche können durchaus bis zu vier Meter hoch wachsen und sind in ganz Europa sehr verbreitet. Er wird in der Umgangssprache auch Keuschbaum, Keuschlamm oder Liebfrauenbettstroh genannt. Ein Medikament aus Mönchspfeffer kann Frauen helfen, die eine unregelmäßige, zu häufige oder zu seltene Menstruation haben. Auch beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) und Schmerzen in den Brüsten ist die Wirksamkeit mit Studien belegt. Die wirksamen Substanzen sind noch nicht ganz verstanden, aber vermutlich enthält Mönchspfeffer Diterpene, ein Stoff der eine hormonelle hemmende Wirkung auf das Hormon Prolaktin besitzt. Eine Senkung des Prolaktins beeinflusst den Hormon- und Östrogenspiegel im weiblichen Körper. Vereinfacht gesagt: Weniger Prolaktin bedeutet mehr Östrogen und mehr FHS (follikelstimulierendes Hormon) und damit bessere Bedingungen für eine Monatsblutung, die durch hormonelle Steuerung ausgelöst wird. 

Damit lassen sich ein unregelmäßiger Zyklus normalisieren, was gerade beim Thema unerfüllter Kinderwunsch ein sehr wichtiger Faktor ist.  Denn bei einer regelmäßigen Blutung lassen sich fruchtbare Tage besser prognostizieren und die Chance auf eine Schwangerschaft steigen. Zudem führt ein sehr langer Zyklus zu „wenigen Chancen“ auch bei vollkommen normaler Fruchtbarkeit. Aber nicht nur das: Da Mönchspfeffer weiterhin auch die Bildung des Gelbkörperhormons (Progesteron) fördert, wird es auch bei Unfruchtbarkeit infolge von Gelbkörperschwäche oder erhöhten Gelbkörperspiegeln angewendet.

Natürlich gibt es auch Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen. So kommt es zu Juckreizen und auch dürfen Schwangere und Stillende keine Agnus Castus Produkte einnehmen. Auch gibt es verschiedene Möglichkeiten das pflanzliche Mittel einzunehmen – kontinuierlich oder nach Zyklusphasen. Eine Einnahme sollte in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen und nicht in Selbstmedikation. Auch wenn es zahlreiche Mönchpfeffer Kapseln gibt und man dieser rezeptfrei erhält, sollte man diese Medikamente nicht unterschätzen. 

 

Wilde Yamswurzel

Verringert Östrogendominanz und mindert die Chance auf eine Schwangerschaft

Jetzt wird es kompliziert. Manche Beschwerde sind in einer sogenannten Östrogendominanz verortet. Das bedeutet, dass das ausgewogene Verhältnis zwischen Östrogen und dem Hormon Progesteron (Gelbkörperhormon) zugunsten des Östrogens gestört ist.

D.h. im Verhältnis zum Progesteron liegt zu viel Östrogen vor. Dabei ist es unerheblich, ob generell zu viel Östrogen vorhanden ist, oder zu wenig – allein das Verhältnis zum Progesteron zählt. D.h. ist der Progesteronspiegel zu niedrig, liegt eine Östrogendominanz vor, selbst wenn eigentlich ein Östrogenmangel besteht. Das ist in den Wechseljahren besonders häufig, da der Progesteronspiegel in den Wechseljahren viel schneller sinkt als der Östrogenspiegel. Östrogendominanz gibt es allerdings in allen Altersstufen. Studien zeigten nun, dass Wilde Yamswurzel (Wild Yam) bei PMS positive Wirkung zeigte, da es dieser Östrogendominanz entgegenwirken konnte. Neben zahlreichen anderen positiven Effekten von Yams auf den Körper.

Soweit so wissenschaftlich.

Nun sagt man das wilder Yams allerdings auch verhütende Wirkung besitzt und es gibt ein paar Indizien dafür, dass dies auch stimmt. So hat der amerikanische Forscher Russel Marker 1942 in der mexikanische Yamswurzel (Mexican Wild Yam) einen hohen Diosgenin-Gehalt gefunden. Diosgenin ist eine Art natürliches Progesteron – dem Hormon, das die Grundlage der heutigen Antibabypille bildet. Als zuverlässige natürliche Verhütungsmethode funktioniert Yamswurzel Extrakt sehr schlecht, aber dennoch ist die Wirkung immer vorhanden.

Das bedeutet: Bei einem unerfüllten Kinderwunsch ist diese Heilpflanze gegen Zyklusstörung das denkbar schlechteste Mittel. Eine Anwendung kann zwar den Menstruationszyklus verbessern, verhilft aber ganz sichern nicht zum Baby. Daher ist es wichtig, bei unerfülltem Kinderwunsch nicht nur den Zyklus zu betrachten, sondern die zahlreichen Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinflussen und sich durch einen Experten beraten zu lassen. Mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Zyklusregulierung, Erhöhen der Fruchtbarkeit bei Mann und Frau und einem guten Plan klappt es oft doch mit dem Baby. Schließlich liegt die Ursache beim unerfüllten Kinderwunsch meist bei mehreren Faktoren und nicht nur beim Zyklus und den fruchtbaren Tagen allein.

Störungen beim Zyklus und unregelmäßige Blutung sind kein Laienthema und kommen sehr häufig vor

Viele Frauen suchen bei einer Störung des Zyklus nach Hilfe im Internet. Meist steht das Thema Kinderwunsch im Vordergrund. Denn wird die Anti-Baby-Pille abgesetzt, um ein Baby zu bekommen, sind ein gestörter Zyklus, ein Verlängern der Zeit vor der Periode und selbst ein Ausbleiben der Blutung sehr häufig. Es liegt normalerweise keine Erkrankung vor, sondern der Körper hat nach langer „Fremdprogrammierung“ durch die Pille seine hormonellen Zyklus „verlernt“. Diese Störung des Zyklus nach dem Absetzen der Pille kommt bei knapp 50% aller Frauen vor und pendelt sich in der Regel über drei Zyklen wieder ein. Ist das nicht der Fall, kann durch eine Behandlung mit Medikamenten wie Mönchspfeffer oder Yams  beim Thema Blutung leicht nachgeholfen werden. Allerdings gibt es auch seltenere Erkrankungen, die zu Zyklusstörung führen können. Dazu gehört zum Beispiel die Endometriose. Dort liegt Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter vor. Da sich die Gebärmutterschleimhaut während der Zeit der Menstruation verändert, führt dies auch zu Beschwerden.

Zu den genannten Präparaten gibt es zahlreiche Alternativen Nicht nur beim Thema Kinderwunsch, sondern beim Thema Frauengesundheit allgemein gibt es zahlreiche pflanzliche Präparate und Heilpflanzen, die beim Thema Hormonhaushalt, Zyklus und Blutung sehr wirksam sind. Die richtige Auswahl und Dosierung und Einnahme solcher Medikamente und wie sie Ihre Gesundheit allgemein steigern können, kann Ihnen eine appoco Expertenberatung sagen.

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