Wechselwirkungscheck Medikamente auf heller Fläche

Wechselwirkungs-Check: Warum es so wichtig ist, Wechselwirkungen mit Experten abzuklären

Viele Patienten bekommen von ihrem Hausarzt, Spezialisten und Heilpraktikern parallel zahlreiche Medikamente verschrieben. Jedes Medikament und auch pflanzliche Arzneimittel haben einen beabsichtigte Wirkung und oft auch eine meist harmlose Nebenwirkung.

Allerdings treten zwischen Arzneimitteln auch Wechselwirkungen auf. Ebenso kann eine Wechselwirkung zwischen einem Medikament und Lebensmitteln auftreten. Und hier wird es kompliziert. Sogenannte Arzneimittelinteraktionen, also die Wechselwirkung zwischen einem Medikament und einem anderen Medikament, gelten statistisch gesehen als der Grund für jede 15. Krankenhauseinweisung. Die Information über eine mögliche Wechselwirkung bei gleichzeitiger Einnahme mit einem anderen Arzneimittel ist theoretisch in der Packungsbeilage aufgeführt, allerdings nicht immer klar verständlich, insbesondere wenn der Patient älter ist. 

Zudem wird in der Regel in der Packungsbeilage nicht aufgeführt, ob ein Arzneimittel eine Wechselwirkung mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Lebensmitteln aufweist. Nicht zu vergessen: Interaktion oder Nebenwirkung sind nicht immer einfach zu erkennen und treten je nach Fall auch erst verzögert auf. Zudem ist auch wichtig, wann eine Tablette eingenommen wird und wie schnell ein Arzneistoff vom Körper aufgenommen wird.

Warum in die Verträglichkeit von Medikamenten untereinander so wichtig?

Gerade bei älteren Patienten ist die Verschreibungsquote hoch. 75 – 85 jährige nehmen im Schnitt mehr als 6 Medikamente gleichzeitig ein. Der jeweilige verschreibende Arzt kann, da oft unterschiedliche Spezialisten besucht werden, nicht einsehen, welche Arzneimittel alles verschrieben werden. Eine Arzneimittelinteraktion wird hier sehr wahrscheinlich. Aber oft nicht erkannt. Denn in der Regel liegen in diesem Alter chronische Erkrankungen vor. Nebenwirkung, Wirkung oder Wechselwirkung dieser Arzneimittel sind vom Patient oft kaum von allgemeinen Unwohlsein, Altersbeschwerden oder anderen Beschwerden des Körper zu unterscheiden.

Zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten kommen auch Nahrungsergänzungsmittel, pflanzliche und homöopathische Präparate. Diese verschiedenen Medikamente treten dann in Interaktion und es treten unerwünschte Wirkungen auf. Das kann von Kopfschmerzen bis zu schwereren Reaktionen im Körper führen. Das Risiko gefährlicher Wechselwirkungen nimmt im übrigen mit dem Alter zu, so dass gerade ältere Menschen einen Wechselwirkungscheck in der Apotheke machen sollten.

Wie kann ich die Wechselwirkung von Medikamenten prüfen?

Klar, es gibt Tools oder Apps, beispielsweise von Versandapotheken, mit denen jeder Patient Wechselwirkungen von Medikament A mit Medikament B mit einem Klick digital ermitteln kann. Allerdings reicht diese Information aus der App in der Regel nicht – sie wäre ja auch in der Packungsbeilage des Medikament vermerkt und werden einfach aus der Medikamenten-Datenbank abgerufen. Die wirklich entscheidenden Fragen kann ihnen ein dafür qualifizierter Apotheker beantworten:

  • Was ist das Risiko einer weiteren Einnahme? Welche Alternativen gibt es?
  • Inwieweit ist die Wirkung des Medikaments eingeschränkt?
  • Wie ist es mit allen weiteren Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und Co?
  • Beachten Sie die Lagervorschriften der Medikamente – manchmal ist nicht die Wechselwirkung das Problem, sondern verdorbene Medikamente?


Solche Fragen beantwortet Ihnen nur ein ausführlicher Wechselwirkungscheck in der Apotheke. Ebenso, ob die Einnahme des Medikament zu Nebenwirkungen führen, oder diese damit sogar verstärkt werden könnten. Alles dies kann ein solcher Check per App nicht klären.

Wichtig ist für einen Patient aber nicht nur eine mögliche Wechselwirkung der Arzneimittel, sondern vor allem, was dann in der Folge zu tun ist. Soll ich das Medikament trotzdem in der selben Dosierung einnehmen, oder nicht? Denn schließlich ist nicht nur das Medikament selbst ein Faktor, sondern auch Dosierung und Wirkstoffkombination eines Medikament hat einen Einfluss auf die Interaktion.

Solche Fragen beantwortet Ihnen in jedem Fall ein gut ausgebildeter und erfahrener Apotheker. Natürlich können Sie auch zum behandelnden Arzt, der dies in der Arzneimitteldatenbank recherchieren kann. Wobei viele Ärzte Sie wahrscheinlich zuerst in die Apotheke verweisen werden, da ein Apotheker durch sein mehrjähriges Studium in klinischer Pharmakologie und zahlreiche Weiterbildungen dafür perfekt qualifiziert ist. Manche Ärzte nehmen die Empfehlung aus der Apotheke dann gerne auf und stellen, nach einer weiteren Prüfung selbstverständlich, dann entsprechende Rezepte aus.

Wichtiger Hinweis zum Thema Wechselwirkungscheck

Sie sollten das Ergebnis des Wechselwirkungscheck unbedingt mit ihrem Arzt besprechen. Dieser überprüft die Analyse, erstellt dann einen Medikationsplan mit optimaler Wirkung für Ihre Therapie und sorgt dafür, dass das richtige Medikament eingenommen und ggf. bestimmte Medikamente ersetzt oder abgesetzt werden. Er kann auftretende Wechselwirkungen und Nebenwirkungen erkennen und Symptome bewerten. Außerdem ist nur der Arzt qualifiziert eine Therapie zu verordnen und dazu Arzneimittelinteraktionen abzuwägen. Nutzen sie auf keinen Fall einen Check per App oder eine Beratung durch appoco, um eigenmächtig die Behandlung oder Medikation anzupassen oder gar ein Medikament eigenmächtig abzusetzen. Das kann zu starken gesundheitlichen Problemen führen.

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Was brauche ich für einen Wechselwirkungscheck?

Ein Wechselwirkungscheck bei einem Experten braucht Zeit, daher sollten Sie unbedingt einige Vorbereitungen treffen und die wichtigsten Informationen bereits zusammenstellen. Dann kann die Beratung umfangreich prüfen, welche verschriebenen Medikamente und sonstige Arzneimittel das Risiko einer Wechselwirkung haben:

  1. Machen Sie eine Liste, auf die sie jedes Medikament schreiben, dass sie regelmäßig einnehmen. (zum Beispiel einen ACE-Hemmer)
  2. Schreiben sie auch jedes Medikament auf, dass sie gelegentlich einnehmen, (zum Beispiel eine Tablette gegen Kopfschmerzen, oder ein Mittel gegen Sodbrennen)
  3. Auch Nahrungsergänzungsmittel gehören auf die Liste (zum Beispiel Vitamin-Präparate)
  4. Was sind Lebensmittel, die sie jeden Tag zu sich nehmen (z.B. das Glas Grapefruitsaft zum Frühstück im Winter)
  5. Nehmen Sie pflanzliche Arzneimittel?
  6. Nutzen Sie medizinische Salben oder trinken Sie Kräutertee? (Auch dieser enthält einen Wirkstoff)
  7. Haben sie in letzter Zeit ein Antibiotikum eingenommen, oder müssen Sie häufig ein Antibiotikum nehmen?
  8. Wieviel Gläser Alkohol trinken sie pro Woche/Tag?
  9. Haben Sie noch die original Rezepte, oder haben Sie eine Quittung der online Bestellung von Arzneien?
  10. Haben sie das Gefühl, dass Sie ein Medikament nicht vertragen? Auch das kann bei der Prüfung helfen.

 

Anhand dieser Checkliste können sie in eine Apotheke einen ausführlichen Beratungstermin vereinbaren. Manche Apotheken haben dazu auch Beratungsräumlichkeiten. Alternativ können Sie natürlich auch einen noch ausführlicheren Wechselwirkungscheck bei einem unserer appoco Experten buchen. Wir haben Spezialisten, die sich beim Thema unerwünschte Wechselwirkungen und die Kombination verschiedener Arzneimittel intensiv weitergebildet haben und auch komplexe Medikationen und weitere Themen aus Lebensführung und Ernährung berücksichtigen können.

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Tools für einen schnellen Wechselwirkungscheck?

Wie bereits oben angesprochen, kann man mit verschiedenen Tools Arzneimittel direkt checken. Dazu gibt der Patient in eines dieser Tools (oder in die App) vor einer Einnahme die Arzneimittel ein, für die ein Check durchgeführt werden soll. Als Basis dient die Arzneimitteldatenbank und das System untersucht, ob dort eine Interaktion der Wirkstoffe vorliegt. Basis ist der enthaltenen Arzneistoff / Wirkstoff und wie sich dieser mit einem verglichenen Arzneimittel gegenseitig beeinflussen kann. Allerdings ist dieser Vergleich für einen Kunden recht mühsam und die Betrachtung umfasst nur die untersuchten Medikamente. Vor allem nehmen beispielsweise Menschen ab 65 meist mehrere Tabletten am Tag. Nicht erfasst sind zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittel und manche andere ebenfalls interagierende Präparate und das macht eine Wechselwirkungs-check immer individuell. Für eine valide Aussage, besprechen Sie ihre Medikation am besten mit einem Experten, der Ihnen zuverlässig raten kann, welches Medikament eingenommen werden soll und welches sie vermeiden sollten. Für ein schnelles Checken funktioniert ein Online-Tools aber sehr gut.

Hier finden Sie ein Tool, das die appoco Redaktion geprüft hat, und welches sie bestimmt gut informieren kann:

https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/wechselwirkungscheck/

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Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise zum Thema Wechselwirkung, Nebenwirkung und Gesundheit. Nutzen Sie dies nicht, um ein Medikament eigenmächtig abzusetzen oder die Anwendung eines Arzneistoff anzupassen. Jeder Wirkstoff kann je nach Dosierung und Medikament eine andere Interaktion aufweisen. Diese Informationen darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung verwendet werden und kann die Beratung durch einen Experten nicht ersetzen. Achten Sie darauf, dass der jeweilige Experte auch geprüft ist. Vorsicht vor dem Kauf gefälschter Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel im Internet.

Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/160376/Arzneimittelinteraktionen-Prinzipien-Beispiele-und-klinische-Folgen

https://www.vitabook.de/gesundheitslexikon/wechselwirkungscheck.php

https://www.krebs-und-ich.de/service/pharmazeutische-beratung/wechselwirkungscheck/

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