Was kann man vorbeugend gegen Alzheimer tun?

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Viele beobachten die Erkrankung zuerst bei den eigenen Eltern. Die typischen ersten Symptome. Das Gedächtnis wird jeden Tag etwas schlechter, ab und zu werden Dinge vergessen. Und dann wird es immer schlimmer. Erinnerungen gehen einfach verloren. Im letzten Stadium der Krankheit werden Liebste nicht mehr erkannt.

Demenz, gerade die Alzheimer-Demenz, ist eine häufige Begleiterscheinung des Alters und eine der Dinge, die jüngeren Menschen sehr viel Angst machen. Diesen geistigen Verfall eines Patient zu erleben ist schlimm und daher wollen viele diesem mit Prävention frühzeitig begegnen. Primäre Demenz ist zudem nicht heilbar, da das graduelle Absterben von Nervenzellen im Gehirn nicht rückgängig gemacht werden kann. Die sekundäre Demenz dagegen, oft eine Folge von Alkoholmissbrauch oder eine Folge von Stoffwechselkrankheiten (z.B. Diabetes), lässt sich heute gut behandeln.

Aber gerade die Primärdemenz ist es, die uns Angst macht. Morbus Alzheimer ist dabei die häufigste Demenzerkrankung (ca. 60 % aller Fälle), gefolgt von der vaskulären Demenz (Durchblutungsstörungen im Gehirn mit ca. 30 % der Fälle). Beides kann auch gemeinsam auftreten. Sehr selten kommen noch eine andere Form vor, wie zum Beispiel die Frontotemporale Demenz.

Ein Leben mit Alzheimer will jeder Mensch natürlich vermeiden, daher suchen viele nach Möglichkeiten die Alzheimer Erkrankung präventiv anzugehen und die Diagnose zu vermeiden, oder zu mindestens die Zeit bis zur Diagnose weit ans Ende des Lebens zu schieben. Es heißt richtiger Weise: Gesundheit ist alles und ohne Gesundheit ist alles nichts. Die gute Nachricht: Mit einem gesunden Lebensstil und den ein oder anderen pflanzlichen Mitteln lassen sich gute Erfolge bei der Vorbeugung von Alzheimer beobachten.

Medizinisch gibt es weiterhin keine Behandlung gegen Alzheimer, die Fähigkeit sich zu Erinnern kann aber gestärkt werden

Alzheimer-Patienten bekommen im Rahmen ihrer Behandlung Arzneimittel, die ein Enzym hemmen, das für den natürlichen Abbau des Botenstoffes Acetylcholin im Gehirn sorgt. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Blockierung der Wirkung des Botenstoffs Glutamat beim Patient. Beidem wird eine schädliche Rolle im Krankheitsprozess zugeschrieben. Ein solches Medikament führt zeitweise zu einer Verbesserung des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit beim Patient und kann teilweise das Fortschreiten der Krankheitssymptome verzögern. Heilen kann man die Erkrankung leider nicht.

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Mit Prävention Alzheimer vermeiden oder vorbeugen

Studien zeigen, dass Menschen seltener an Alzheimer erkranken, die sich beispielsweise regelmäßig bewegen und geistig fit halten. Dazu gehört auch der Austausch mit anderen Menschen, so sind gesellige Menschen seltener von Demenz betroffen. Auch zeigt sich, dass ausgewogene Ernährung und bestimmte Lebensmittel einen Einfluss auf die Entwicklung einer Demenz in späteren Jahren hat. Gerade Ernährung scheint wichtig, aber auch nur langsam auf die Vorgänge im Gehirn zu wirken. Daher ist es besonders wichtig, die Ernährung grundsätzlich umzustellen und die dauerhaft durchzuhalten.

Alzheimer mit Naturheilmitteln und gesunder Ernährung vorbeugen zu wollen ist leider auch etwas Glaubenssache. Die wissenschaftliche Datenlage ist schwierig, da sich zum einen die Krankheit nur sehr langsam entwickelt und weiterhin der Lebensstil einen sehr langwierigen Einfluss auf die Gesundheit hat. Hier Ursache und Wirkung für Betroffene klar zu trennen, fällt schwer. Und den Lebensstil nach einer Demenzerkrankung in einer Studie über Jahre hinweg zurück zu rekonstruieren ist wissenschaftlich kaum machbar. Auch nehmen viele Betroffene im Laufe der Erkrankung irgendwann verschiedene Medikamente. Jeder Mensch der in den Studien erkrankt zeigt zwar ein ähnliches, aber im Detail doch sehr unterschiedliches Verhalten bzgl. Sport, Ernährung, Qualität der Lebensmittel etc. im Alltag. So gelingt es der Forschung nur sehr selten einzelne Faktoren, die das Risiko zu erkranken positiv oder negativ beeinflussen, zu identifizieren.

Die WHO konnte in ersten langjährigen Beobachtungsstudien zum Thema Riskofaktor immerhin feststellen, dass Rauchen, viel Alkohol, starkes Übergewicht (Adipositas) im mittleren Lebensalter, Bluthochdruck (Hypertonie), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Fettstoffwechselstörungen, alle das Risiko zu erkranken steigern. Jeder Risikofaktor ist zudem mit zahlreichen anderen Krankheiten verbunden, daher ist hier ein Handeln zur Prävention mehrfach positiv. So sinkt auch das Risiko an einer anderen Krankheit zu erkranken, beispielsweise Herz-Kreislauf Erkrankungen.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel und Naturheilmittel dabei Alzheimer vorzubeugen?

Bekannt sind Tipps mit verschiedene Ginko Präparaten oder Aspirin (Acetylsalicylsäure) der Alzheimer-Demenz vorbeugen zu können, da diese die Durchblutung des Gehirn steigern. Die Wirksamkeit dieser Medikamente wird wissenschaftliche angezweifelt, allerdings ist sie auch nicht widerlegt. So wurden in einer randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) Personen untersucht, die zu Studienbeginn geistig gesund erschienen. Alle waren 75 Jahre oder älter und wurden sechs Jahre lang beobachtet. Mit oder ohne Ginko wurde bei 12-13 % der Teilnehmer eine Demenz festgestellt – dies entspricht dem üblichen Alzheimer Risiko. Fraglich ist aber, ob die Studiendauer zu kurz angesetzt war, das Alter der Betroffenen zu hoch war und ob nicht die Demenzerkrankung bereits in der Entstehung war und nur noch keine Symptome zu beobachten waren. Auch wurden andere Risikofaktoren nicht in die Betrachtung einbezogen, z.B. gesundes Essen, Bewegung etc.

Ginkgo biloba ist eine Heilpflanze, die insbesondere in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) schon seit Jahrtausenden bei „geistigen Erkrankungen des Gehirn“ und Schwierigkeiten beim Erinnern eingesetzt wird. Die Pflanze enthält natürliche Wirkstoffe wie Ginkgolide, Terpenlactone und Flavonoide, die die Durchblutung im Gehirn verstärken und freie Radikale abbauen. Die genaue Dosierung und Wirksamkeit ist weiterhin nicht klar wissenschaftlich eindeutig, allerdings gibt es auch Studien, die durchaus einen positiven Effekt auf die Gedächtnisleistung älterer Menschen nachweisen. Eine Meta-Analyse über zahlreiche Studien durch die Wenzhou Medical University in Wenzho, China, konnten erstmals qualitativ gesichert zeigen, dass Ginko auch bei Alzheimer zu einer Verbesserung der Gedächtnisleistung führte.

Doch Ginko ist nicht das einzige Kraut, dass in der Naturheilkunde traditionell gegen Demenz und zur Vorbeugung von Alzheimer eingesetzt wird. So ist Ginseng (Panax ginseng, besonders aber Panax notoginseng) ein Mittel, dass den Gehirnstoffwechsel positiv beeinflussen kann. Die enthaltenen Ginsenoside, beeinflussen den Glutamat-Stoffwechsel im Gehirn, der auch von schulmedizinischen Präparaten beeinflusst wird.

Die traditionelle chinesische Medizin kennt zudem noch die Früchte des Evodia rutaecarpa (Wu Zhu Yu), zu deutsch „Stinkechenfrüchte“, die zuletzt immer wieder zitiert wurden, da sie die Hyperphosphorylierung des Tau-Proteins mindern. Hyperphosphoryliertes Tau-Protein (auch Tau Fibrillen genannt) sind ein Teil der Eiweißablagerungen im Gehirn, die die Störungen des Gedächtnis bei einer Alzheimerkrankheit verursachen.

Diese Mittel sind alle wirksame Naturheilkunde-Präparate und sollten nicht ohne Experten-Konsultation eingenommen werden. Eine Therapie mit diesen Mitteln ist zudem nur zur Alzheimer-Prävention geeignet und nicht zur Therapie einer bereits bestehenden Alzheimer-Krankheit. Letzteres ist besonders wichtig, wenn bereits schulmedizinische Medikamente eingenommen werden. Hier drohen starke Wechselwirkungen. Zudem muss jeder Risikofaktor bedacht werden – ein ungesunder Lebensstil und gute Ernährung kann manchmal wesentlich größeren Einfluss auf die geistige Fitness im Alter haben, als ein Nahrungsergänzungsmittel aus der Naturapotheke. Auch kommt es auf eine individuelle Betrachtung an – manche setzen vielleicht bereits auf mediterranes Essen oder verzichten bereits auf bestimmte Lebensmittel, wie rotes Fleisch, bewegen sich aber viel zu wenig.

Mit gesundem Lebensstil Alzheimer-Demenz vorbeugen

Übergewicht und Bluthochdruck sind ein wesentlicher Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit. Beides sind meist direkte Resultate eines ungesunden Lebensstils, insbesondere einer schlechter Ernährung. Doch nicht nur das Gewicht ist der Grund, warum die richtige Ernährung so wichtig ist. Auch eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen hilft laut der Alzheimer Forschung dabei das Alzheimer-Demenz Risiko zu verringern. Insbesondere B-Vitamine (Vitamin B12 vor allem) gelten als wichtiger Einflussfaktor auf die Bildung von Alzheimer. Weitere Vitamine, die bei kognitiver Störung helfen sollen, sind Vitamin C (gilt als freie Radikale-Fänger) und Vitamin D. Ob nun ein Vitamin Präparat gegen Vitamin-D-Mangel helfen kann geistig gesund zu bleiben ist wissenschaftliche nicht erwiesen und tatsächlich auch unwahrscheinlich. Allerdings liefert eine gesunde Ernährung, mit viel Obst und Gemüse, ganz automatisch diese Vitamine und auch noch weitere Stoffe, die sich positiv auf die geistige und allgemeine Gesundheit auswirkt. Dazu gehören zum Beispiel die Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren helfen zudem auch noch zur Vorbeugung von anderen Erkrankungen vor allem des Stoffwechsels. Sehr wichtig dabei: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel Bluthochdruck, die immer noch die Todesursache Nummer 1 in Deutschland sind. Auch ausreichend Trinken, sowie zahlreiche sozialen Aktivitäten sind Teil des komplexen Konstrukt, dass man gesunder Lebensstil nennt und am Ende des Tages eine Alzheimer-Demenz immerhin aufschieben kann. Man nennt diese Risikofaktoren, die ein Mensch durch eigenes Handeln positiv beeinflussen kann „veränderbare Risikofaktoren“. Im Gegensatz dazu stehen die „nicht veränderbare Risikofaktoren“, wie eine genetische Veranlagung.

Einen gesunden Geist möglichst lange zu erhalten ist aber eine Aufgabe, die sich jeder Mensch in Deutschland sicher auf die Fahne schreiben will. Und es gibt zahlreiche Faktoren, wie man beispielsweise einfach durch gesundes Essen das Risiko an Alzheimer-Demenz zu erkranken deutlich senken kann. Unsere appoco Experten können Ihnen dabei helfen, dies optimal in Ihren Alltag zu integrieren und eine Kombination zu finden, die wirklich für sie funktioniert.

Unsere Experten zum Thema Alzheimer und Demenz

Dominik Straub

Apotheker Dominik Straub Ausgebildeter Fachberater für geriatrische Pharmazie und Spezialist für das Thema Alzheimer Prävention und geistige Fitness Umfassende Weiterbildung im Bereich Ernährungsberatung Spezialist für

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Dr. Ralf Schabik

Dr. Ralf Schabik

Apotheker Dr. Ralf Schabik Ausgebildeter Naturheilkundler Dozent an der Berufsfachschule für Apotheker und Apothekenberater hat das Netzwerk demenzfreundliche Apotheken mit aufgebaut Spezialist und Fachberater zum

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Wichtig: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen zum Zusammenhang zwischen Naturheilkunde, homöopathische Mittel und Alzheimer Erkrankung bzw. Demenz. Er darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung verwendet werden und kann die Beratung durch einen Experten nicht ersetzen. Bitte verlassen Sie sich nicht nur auf pflanzliche Wirkstoffe und suchen Sie bei starken Beschwerden einen Arzt auf.

Quellen und Informationen für Ihre weitere Recherchen zur Prävention von Alzheimer und Senkung des Demenz-Risiko:

Alzheimer Forschung Initiative e.V. //www.alzheimer-forschung.de/alzheimer/vorbeugen/

BGM //www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-demenz/krankheitsbild-und-verlauf.html

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. //www.deutsche-alzheimer.de/

Stiftung Gesundheitswissen

//www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/kann-ginkgo-biloba-demenz-verhindern

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