pflanzliche Mittel

Pflanzliche Mittel gegen Blasenentzündung: Das hilft wirklich

Eine der häufigsten Erkrankungen im Intimbereich ist die Blasenentzündung. Ständig „müssen müssen“ und ein sehr unangenehmes Brennen beim Wasserlassen sind die häufigsten Beschwerden. So kündigt sie sich an, die Entzündung der Blase. Aber können wir nun mit pflanzlichen Mitteln gegen Blasenentzündung vorgehen, oder muss ich sofort zum Arzt und ein Antibiotikum einnehmen? 

Der Grund für Blasenentzündung: E.-Coli Bakterien gelangen in die Blase

E.-Coli Bakterien-Stämme leben im Darm und sind dort ein ganz normaler Teil der Darmflora. Allerdings gelangen Sie manchmal aufgrund der „räumlichen Nähe“ auch in den Harnweg. Beispielsweise beim Geschlechtsverkehr. Diese Bakterien sind der Hauptauslöser für Harnwegsinfektionen. Frauen haben eine deutlich kürzere Harnröhre und sind daher auch häufiger von Blasenentzündung betroffen, da die Bakterien schneller bis in die Blase gelangen können und somit schneller Infektionen ausgelöst werden können. Anders als bei der Frau ist der Harnweg beim Mann sehr lang und daher kann der Körper die Keime besser bekämpfen, bevor sie es in die Blase schaffen. Immerhin ein Drittel aller Frauen hat wiederholt mit Harnwegsinfektionen zu kämpfen. Daher suchen viele Betroffene pflanzliche Medikamente gegen die Blasenentzündung, um eine häufige Gabe von Antibiotika zu vermeiden. Auch mit Homöopathie wollen Frauen die unangenehme Entzündung der Harnwege sanft behandeln. 

Anderes als in der Homöopathie werden bei der Naturheilkunde pflanzliche Arzneimittel eingesetzt, die wissentlich nachweisbar wirksam sind. Bekannt ist zum Beispiel der Blasen- oder Harn-Tee, der Blätter aus diversen Heilpflanzen enthält. Diese Arzneimittel kommen aus der Natur (daher der Name), sprich aus Pflanzen. Die Naturheilkunde umfasst im weiteren Sinne aber auch Vitamine, Lebensgewohnheit und spezielle Diäten. Naturheilkunde wird bei leichten Krankheiten und zur unterstützenden Behandlung von ärztlichen Therapien eingesetzt.  Homöopathie dagegen ist ein 200 Jahre alte Methode, auf die viele Betroffene schwören, die aber wissenschaftlich bislang nicht bewiesen ist. Ziel beider Methoden ist den Einsatz von Antibiotika zu vermeiden, da diese den Körper und insbesondere die Darmflora nachhaltig schwächen. Es gibt Produkte beider Richtungen in der Apotheke. 

Mit pflanzlichen Mitteln können leichte Blasenentzündungen erfolgreich behandelt werden

Pflanzliche Medikamente (Phytopharmaka) können sowohl die Symptome der Blasenentzündung behandeln, als auch wirksam den Körper gegen die Infektion in der Blase unterstützen. Antibakterielle und harntreibende pflanzliche Mittel, beispielsweise in Blasen-Tee, reduzieren die Anzahl der entzündungsauslösenden Bakterien in der Blase. Andere Wirkstoffe wirken primär krampflösend und nehmen damit Schmerzen, oder unterstützen die Schleimhaut dabei die Bakterien abzuschütteln.  

Die wichtigsten Mitteln im Überblick

Heilpflanzen gegen Blasenentzündung:
  1. Harn treibende Tees („Nierentee“) enthalten Goldrutenkraut, Schachtelhalmkraut oder Birkenblättern zum Ausspülen der Bakterien und zur Unterstützung der Nieren.
  2. Cranberry-Saft und Blaubeeren-Präparate: Diese unterstützen die Blasenschleimhaut, so dass sich Bakterien nicht festsetzen können und besser ausgespült werden können
  3. Meerrettich und Ingwer wirken antibakteriell und wirken gegen die Entzündung.
  4. Apfelessig: Die antibakterielle Wirkung des Apfelessig soll dabei helfen, wenn man ihn in Wasser aufgelöst trinkt, in der Blase die Bakterienkonzentration zu vermindern. Das hilft dem Körper den Infekt zu bekämpfen.
 
Wärme gegen Krämpfe:
  1.  Wärme, beispielsweise durch eine Wärmflasche helfen gegen unangenehme Krämpfe im Unterleib, die ein häufiges Symptom von Blasenentzündungen sind.
  2. Sitzbäder mit Kamille oder Zinnkraut wirken entzündungshemmend und lindert ebenfalls die Schmerzen durch die Wärme 
 
Grundsätzlich gilt natürlich viel trinken, damit die Blase ausgespült wird, sowie die übliche Ruhe und Erholung bei Krankheiten.

Vorsicht bei Herz- und Nierenerkrankungen oder starken Symptomen

Bei starken Symptomen, Fieber und einer langanhaltenden Blasenentzündung gehen Sie bitte zum Arzt. Auch wenn Sie an einer Herz oder Nierenerkrankung leiden – dann müssen Sie die Flüssigkeitsmenge und pflanzlichen Medikamente mit einem Arzt besprechen. Sollten sie regelmäßig Medikamente einnehmen, bitte besprechen Sie die Gabe pflanzlicher Mittel mit einem Apotheker, bevor sie zu Tees und Co. greifen. Es können auch bei der Behandlung mit einem pflanzlichen Arzneimittel Wechselwirkungen mit Medikamenten auftreten. Zudem ist nicht jedes Produkt für jeden Art Harnwegsinfektion gleichermaßen geeignet.

Manchmal müssen Antibiotika her

Auch wenn Naturheilkunde einen großen Einfluss auf die Abheilung einer Blasenentzündung haben, ist manchmal eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika unvermeidbar. Eine schwere Harnweginfektion ist nicht zu unterschätzen. Die Behandlung von entzündlichen Erkrankungen per Antibiotika ist bei starken Beschwerden oder häufig wiederkehrenden Infekten nicht zu vermeiden.

Hier kann Sie eine Beratung durch Apotheker dabei unterstützen, die Darmflora während der Antibiotika-Therapie mit speziellen Nährstoffzugaben zu schützen. Vor allem aber muss die Darmflora nach einer Antibiotika-Therapie wieder aufgebaut werden. Auch gibt es verschiedene pflanzliche Mittel um Blasenentzündungen langfristig vorzubeugen. Sollten Sie häufig Blasenentzündung haben, bitte lassen Sie sich von einem Experten hier oder in einer Apotheke vor Ort beraten. 

 

Wichtig: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise zum Zusammenhang zwischen Naturheilkunde, Lebensstil und Blasenentzündung. Er darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung verwendet werden und kann die Beratung durch einen Experten nicht ersetzen. Bitte verlassen Sie sich nicht nur auf pflanzliche Wirkstoffe und suchen bei starken Beschwerden einen Arzt auf. Bei Erkrankungen der Nieren, bitte suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, bevor sie einen Harnwegsinfekt selbstständig behandeln. Auch bei leichten Beschwerden.

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